Warum es diese Publikation gibt
Der Transaktionsgraph zeigt, wohin Geld geflossen ist. Er kann nicht zeigen, wer die Bewegung wollte — oder warum ein Staat weggesehen hat. Diese Lücke ist das Thema.
Jede Zahlung, die eine Grenze überquert, überquert drei Perimeter zugleich.
Den ersten ziehen Staaten: Sanktionsregime, Exportkontrollen, die Listen von Namen und Wallets, die manche Gegenparteien unberührbar machen. Den zweiten ziehen Regulierer um Unternehmen: Lizenzen, Geldwäschepflichten, der Compliance-Perimeter, der entscheidet, welche Firmen Geld überhaupt anfassen dürfen. Der dritte ist älter als beide — die geopolitische Grenze, die Linie zwischen Blöcken und Jurisdiktionen, die das Finanzsystem seit jeher schneller überquert als die Diplomatie.
Alle drei Perimeter sind undicht. Die undichten Stellen sind das Thema dieser Publikation.
Warum ich
Ich verkaufe beruflich in diesen Markt. Meine Praxis, Waniek Strategy & Growth, macht Business Development für Blockchain-Compliance und Fintech im DACH-Raum — das heisst, ich verbringe meine Wochen mit den Menschen, die diese Perimeter betreiben müssen: Compliance-Verantwortliche vor dem harten MiCA-Stopp der EU, Schweizer Institute auf einer völlig anderen FINMA-Uhr, Ermittler, die On-Chain-Spuren mit der Off-Chain-Realität verbinden wollen.
Davor habe ich institutionelle Kunden bei BlackRock unter MiFID II betreut, im österreichischen Bundeskanzleramt und bei EU-Vertretungen in Asien gearbeitet und Anthropologie und Politikwissenschaft studiert. Der rote Faden, sichtbar erst im Rückblick: wie sich Institutionen verhalten, wenn Regeln, Geld und Technologie kollidieren.
Das meiste, was über dieses Feld geschrieben wird, stammt von Journalisten (die nicht hinein verkaufen), von Akademikern (die nicht darin operieren) oder von Anbietern (die nicht offen sein können). Der Blick aus der Praxis fehlt. Dies ist der Versuch, ihn zu liefern.
Was Sie erwartet
Perimeter Reports — Essays über Sanktionsnetzwerke, Enforcement-Typologien und den Regulierungskalender, der neu ordnet, wer in Europa Geld bewegen darf. Die Regulierungsuhr — eine gepflegte Zeitleiste der datierten, nicht verhandelbaren Pflichten für DACH- und EU-Institute. Maschinen auf der Geldspur — was KI in Ermittlungen, Monitoring und der Ökonomie der Compliance tatsächlich verändert. Field Notes — wie Geschäfte im regulierten Krypto-Markt wirklich zustande kommen, Gegenparteien stets anonymisiert.
Ein Essay alle zwei Wochen, belegt und datiert. Selbstberichtete Unternehmenszahlen werden als „laut X“ gekennzeichnet. Und wenn ich etwas nicht weiss, steht das auch so da — es ist der günstigste Glaubwürdigkeitskauf, den es gibt.